Muse­ums­füh­run­gen

«Übri­gens ist mir alles verhasst, was mich bloss belehrt, ohne mich zu bele­ben» (Goethe)

Museen als ‹Schlecht­wet­ter-Tip›? Der Muse­ums­be­such als Pflicht­vi­site mit Alibi­funk­tion, Motto: ‹Ja, da war ich auch›. Das gibt es, aber zum Glück immer selte­ner. Entde­cken Sie mit uns, dass «museal» und «verstaubt» keine Synonyme sein müssen.

Wir bieten Ihnen einen leben­di­gen und unter­halt­sa­men Zugang zur Viel­falt der Enga­di­ner Muse­ums­land­schaft, brin­gen Expo­nate und Vitri­nen, Texte, Bilder und Skulp­tu­ren für Sie und mit Hilfe Ihrer Fragen zum Spre­chen, – und sind gern über­flüs­sig, wenn die Neugier erst geweckt und das Gespräch am «Sitz der Musen» (museion) auch einmal Ihr ganz priva­tes sein möchte.

 

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Im Segan­tini Museum finden die Besu­chen­den das welt­weit umfas­sendste und bedeu­tendste Ensem­ble des gros­sen Erneue­rers der Alpen­ma­le­rei, mit Meis­ter­wer­ken wie «Ave Maria bei der Über­fahrt», «Mittag in den Alpen» und dem Tripty­chon «Werden – Sein – Vergehen».

Im Sommer 2022 (20. Mai – 20. Okto­ber) zeigt das Museum eine Kabi­nett-Ausstel­lung zum Thema: „All’ovile – Genese eines Meis­ter­wer­kes“, kura­tiert von Annie-Paule Quin­sac, Exper­tin der Kunst Segan­ti­nis und des italie­ni­schen Divi­sio­nis­mus, und von Mirella Carbone, künst­le­ri­scher Leite­rin des Segan­tini Muse­ums, unter Mitwir­kung der Galle­rie Maspes in Mailand. An den Sonn­ta­gen 3. Juli, 14. August, 18. Septem­ber und 2. Okto­ber, jeweils um 17.00 Uhr, führt Mirella Carbone durch die Sonderausstellung.

Haupt­thema des Gemäl­des „All’ovile“ („Im Schaf­stall“) ist die Wirkung des Later­nen­lichts in einem geschlos­se­nen, dunk­len Raum. Die magi­sche Wirkung des Lichts, das der Szene im Stall Tran­szen­denz verleiht, ist stark spür­bar, wegen des inti­me­ren Charak­ters dieses Bildes. Was die Tech­nik des Divi­sio­nis­mus betrifft, so geht Segan­tini hier über die sugges­tive Wieder­gabe des Lichts durch neben­ein­an­der gesetzte Stri­che in reinen Farben hinaus. Die Verwen­dung von Gold in Form von Pulver und Parti­keln, die in das frische Farb-Impasto einge­ar­bei­tet sind, ermög­licht es dem Künst­ler, die Vibra­tio­nen des Lichts mit einem sugges­ti­ven Schim­mer zu akzen­tu­ie­ren. Wie immer ist seine Fähig­keit beein­dru­ckend, die Körper­lich­keit der Dinge zu sugge­rie­ren: vom Vlies der Schafe über den Stoff des Klei­des der Frau und ihr Gesicht bis hin zum Holz der Krippe, das sich von dem der Wiege unter­schei­det, wird alles lebendig.

Dass das Motiv des Later­nen­lichts in einem Innen­raum mit seinen symbo­li­schen Quali­tä­ten den Künst­ler nach­hal­tig faszi­nierte und inspi­rierte, zeigen weitere Werke, die in diesem Sommer im Segan­tini Museum zu sehen sind, wie die Zeich­nun­gen „I miei modelli“ (1890) und „All’­ar­co­laio“ (1891–93). Dieser Werk­gruppe werden in der Ausstel­lung zwei Meis­ter­werke aus der Samm­lung der Otto Fisch­ba­cher Giovanni Segan­tini Stif­tung gegen­über­ge­stellt: ein Gemälde und eine Zeich­nung, beide mit dem Titel „Ritorno all’ovile“. Ist das Licht der Laterne im Inne­ren des Stalls ein Symbol für Wärme, Gebor­gen­heit und eine – wenn auch nur vorüber­ge­hende – Befrei­ung von den Mühen des Hirten­all­tags, so zeigt das Gemälde Ritorno all‘ovile von 1888 ein Draus­sen, das vom kalten, unwirt­li­chen Licht der Herbst­däm­me­rung beherrscht wird. Die Atmo­sphäre von Trau­rig­keit und Resi­gna­tion, die durch die gebückte Haltung der von der Arbeit zurück­keh­ren­den, müden Hirtin noch verstärkt wird, ist jedoch durch ein Detail gemil­dert: den hell erleuch­te­ten Eingang zum Stall, der Schutz und Wärme verspricht.

 

Segan­tini Museum

Das Nietz­sche-Haus und seine Ausstellungen

1.5 Stun­den

Während der Sommer­sai­son 2022 (14. Juni bis 23. Okto­ber) werden Führun­gen in deut­scher Spra­che jeden Mitt­woch von 11.30 bis 13.15 Uhr in Vortrags­form (mit zahl­rei­chen Bildern) in der Offe­nen Kirche Sils statt­fin­den. Während der Öffnungs­zei­ten (15.00–18.00 Uhr) können die Teil­neh­men­den am Vortrag dann indi­vi­du­ell das Museum gratis besu­chen. Anmel­dung erfor­der­lich bis 1 Std. vor Beginn des Vortrags (unter sils@engadin.ch oder +41 81 838 5050).

Auch Extra-Führun­gen für Grup­pen (in den Spra­chen Deutsch, Englisch, Italie­nisch) folgen diesen Modalitäten.

Nietz­sche Haus Sils Maria

 

0 - Nietzsche-Haus Foto

Die Ciäsa Granda in Stampa (Bergell)
1 Stunde

Mittel­punkt der Führung ist die beacht­li­che Kunst­samm­lung mit Werken von Giovanni, Augusto, Alberto und Diego Giaco­metti sowie von Varlin.

Ausser­dem beher­bergt das Museum eine inter­es­sante mine­ra­lo­gi­sche und natur­his­to­ri­sche Samm­lung sowie eine Ausstel­lung zur Bergel­ler Wohnkultur.

Museum Ciäsa Granda Stampa (Bergell)

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