Donners­tag, 17. Septem­ber, 17.30 Uhr
Dr. Mirella Carbone und Joachim Jung

«Meine rechte Heimat und Brut­stätte» — Fried­rich Nietz­sches Silser Aufent­halte (1881–88) im Spie­gel seiner Briefe
(Kommen­tierte Lesung mit Bild­do­ku­men­ten)

7 Sommer, insge­samt mehr als 1 ½ Jahre, hat Fried­rich Nietz­sche in Sils-Maria verbracht.

Schon bei seinem ersten Aufent­halt im Sommer 1881 wähnt er sich, «in dem lieb­lichs­ten Winkel der Erde unter­ge­bracht: so still habe ich es nie gehabt, und alle 50 Bedin­gun­gen meines armen Lebens schei­nen hier erfüllt zu sein». Welches aber waren diese Bedin­gun­gen? Wie sah das Leben Fried­rich Nietz­sches in Sils-Maria aus? Über 300 Silser Briefe und Post­kar­ten sind uns von Nietz­sche über­lie­fert. Sie eröff­nen viel­fäl­tige Einbli­cke in sein Verhält­nis zu diesem Ort, zu seinen Bewoh­nern und zur Enga­di­ner Land­schaft; sie zeigen uns einen Menschen, der sich den bana­len Bedürf­nis­sen und Anfor­de­run­gen des Alltäg­li­chen stel­len muss. Zugleich konfron­tie­ren sie uns mit der Ausnah­me­exis­tenz eines Denkers, dem es – berufs­los gewor­den, aus dem Rahmen gesell­schaft­li­cher Aner­ken­nung heraus­ge­fal­len – gleich­wohl gelingt, die Schmer­zen der Verein­sa­mung durch jene Glücks­mo­mente schöp­fe­ri­scher Inspi­ra­tion aufzu­wie­gen, die solcher Einsam­keit eben auch entsprin­gen und dank derer Sils für Nietz­sche zu einem seiner produk­tivs­ten Arbeits­orte gewor­den ist. Hier ist ein gros­ser Teil seiner Werke entstan­den; «hier wohnen meine Musen», schreibt er Ende Juni 1883 einem Freund, und im Jahr darauf feiert er seine Ankunft in Sils bereits mit den Worten: «Endlich in Sils-Maria! Endlich Rück­kehr zur – Vernunft!»

Begrenzte Teil­neh­mer­zahl, daher Anmel­dung uner­läss­lich:
Sils Tourist Infor­ma­tion, T +41 81 838 50 50,
sils@engadin.ch.

Offene Kirche Sils
Eintritt: Erwach­sene CHF 15.- / Jugend­li­che CHF 8.-